
In einer enttäuschenden Entscheidung hat die CDU mehrheitlich die Ausrüstung von zwei Bushaltestellen in Velen mit modernen Bus-Kaps abgelehnt. Diese Entscheidung stellt einen Rückschritt dar, da sie den Bedürfnissen unserer Kinder und der Verbesserung der Infrastruktur für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer nicht gerecht wird. Stattdessen wird den Anforderungen von Erntemaschinen und dem Autoverkehr eine höhere Priorität eingeräumt.
Unverständnis in unserer Fraktion
Die Ablehnung der CDU stößt in unserer Fraktion auf großes Unverständnis. Es ist bedauerlich, dass die Sicherheit unserer Kinder sowie die Bedürfnisse von Fußgängern – dazu zählen auch Eltern mit Kinderwagen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – nicht ausreichend gewichtet werden. Stattdessen wird den Anforderungen von Erntemaschinen und dem Autoverkehr eine größere Bedeutung beigemessen. Diese Entscheidung hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität in unserer Stadt und benachteiligt schwächere Verkehrsteilnehmer.
Was war geplant?
Ursprünglich war vorgesehen, zwei bestehende Bushaltestellen in Velen in moderne Mobilstationen umzubauen. Durch diesen Umbau wäre es möglich gewesen, gleichzeitig die Haltestellen zusätzlich mit sogenannten Bus-Kaps auszurüsten. Dies hätte den Zugang für alle Nutzer erheblich verbessert. Der Umbau würde nicht nur die Haltestellen auf dem neuesten Stand der Technik bringen, sondern auch die Sicherheit aller Nutzer, insbesondere unserer Kinder und Schüler, deutlich erhöhen. Zudem hätte dies als positiver Nebeneffekt mehr Platz für Fahrradständer geschaffen und zur Entschleunigung des Verkehrsflusses beigetragen.
Was sind eigentlich Bus-Kaps?
Bus-Kaps sind innovative Haltestellen, die so konzipiert sind, dass der Bürgersteig so in die Fahrbahn hineinragt, dass die Busse sie gerade anfahren können, ohne dass eine Lücke zwischen Bordstein und Buseinstieg entsteht. Der Bus bleibt auf gerader Strecke auf der Fahrbahn stehen. Der nachfolgende Verkehr muss warten, was zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit führt und die Verkehrssicherheit erhöht (das Überholen des Busses wird verhindert). Darüber hinaus ermöglichen Bus-Kaps einen niveaugleichen und barrierefreien Einstieg für Passagiere, was besonders für Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren und Gehhilfen von großer Bedeutung ist. Oft werden Bus-Kaps auch mit taktilen Leitsystemen und Rillenplatten ausgestattet, um sehbehinderte Menschen die Orientierung zu erleichtern.
Laut ADAC “haben Bus-Kaps im Gegensatz zu Haltebuchten folgende Vorteile: Sie ermöglichen eine schnellere An- und Abfahrt des Busses, da der Bus direkt am Kap zum Stehen kommt und von dort auch schneller wieder losfahren kann und nicht durch den Kfz-Verkehr behindert wird. Bus-Kaps dienen der Barrierefreiheit und sind grundsätzlich sicherer, weil sie das Einscheren des Busses in den Fließverkehr überflüssig machen. Jeder Autofahrer und Busfahrer kennt die Unsicherheit dieser Situation: Vorbeifahren im letzten Moment. Abbremsen. Auch für die Fahrgäste bedeuten die Bus-Kaps mehr Sicherheit: Abruptes Bremsen mit Sturzgefahren im Bus wird vermieden. Die Bus-Kaps ermöglichen den Bussen, ohne Einscheren zu müssen, direkt am Bordstein zu halten und so das Einsteigen zu erleichtern. In Buchten gelingt das Heranfahren an den Bordstein insbesondere für die großen Busse nur, wenn die Buchten deutlich länger sind als die vorhandenen. Alle anderen Verkehrssituationen verschärfen sich nicht: unachtsame Passanten, waghalsige Überholmanöver oder Vorbeifahrten.“
